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Wie

Wie soll man sich entscheiden, wenn man nicht mal richtig weiss, was man will.
OK, eigentlich wirklich keinen AI-Bunker.
Andererseits bequem Tauchen.
Nicht viel Geld ausgeben.
Das einheimische Leben möglichst original mitbekommen.
Lauter Sachen die sich widersprechen.

Wenigsten ist das AI-Angebot seit ich es wiedergefunden habe kontinuierlich weiterhin angeboten worden.
Da hab ich noch ein paar Tage an denen ich mich weiterhin nicht entscheiden kann… 😉

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Preiswirren

Hatte ich doch bereits berichtet, dass ich das überraschend günstige AI-Angebot abends entdeckt am kommenden Tag nicht wiederfinden konnte – begab ich mich anschließend auf die Suche. Einiges Herumprobieren später hatte ich die Ursache: beim Suchen und hin- wie her-geclicke musste irgendwann bei den Suchkriterien die Einschränkung der Reise auf 1 Person dem Default von 2 Personen zum Opfer gefallen sein.
Mit der Default-Einstellung ließ sich ganz klar an jedem beliebigen Tag für AI in Boca Chica für 14 Tage für 280.- einchecken. Der Einzelbelegungsaufschlag bei denen betrug also schlappe 64.-.
Uuuups, heute zum Morgenkaffee dann: 293.- also nur 13.- Einzelbelegungsfehlabgabe.
Buchen oder nicht Buchen, dass war jetzt die Frage, hatte ich doch gerade von einem Boca Chica Kenner einen Tipp für ein familiäres Hotel im 15.- Bereich bekommen.
Aber da ich das Schnäppchen ja jetzt schon zum 2, Mal gesichtet hatte, sollte es auch noch wiederkommen falls ich mich dafür entscheide, also nur Mut zum Risiko 😉

Wo soll ich nur…

… schlafen, 14 Tage lang, wo soll ich nur schlafen, was ein Bett.
So oder so ähnlich sangen es die Bots in meiner Jugend.
Es ist schon schlimm, geplant war anti-AI, also richtig schön individuell. Hätte ich dieses saugünstige Angebot nicht gesehen, wär es sicher auch dabei geblieben, aber wer kann schon Unterkunft und fakultative Vollverpflegung für 20.- am Tag ausschlagen, wenn das sonst akzeptable Hotel günstigster Klasse 15.- kostet?
Ausserdem hat mich ja auch das AI-Angebot darauf massiv hingewiesen, dass ich als Tauchlehrer ja schlecht in der Karibik am Wasser Urlaub machen kann ohne die dortigen Tauchplätze zu besichtigen. Wäre eine schwere Unterlassungssünde!
Naja, ist ja noch etwas hin und vielleicht kommen ja noch ein paar Unterkunftstipps.
Bislang stehen zur Auswahl:

  • Appartment in Santo Domingo Este, also Wohnen unter Einheimischen (++) -> ca. 20.-/Tag
  • Hotel an der Altstadt von Santo Domingo, also Komfort und typisches Leben sobald die Touristenströme wieder in den AI-Burgen eingekerkert sind (+) -> ca. 15.-/Tag
  • AI-Burg am Strand, als potentiell keine Sorgen um Ernährung und Tauchschule vor Ort (+) -> ca. 25.-/Tag ca. 21.-/Tag

Intermezzo

Nach langer Zeit mal wieder eine kurze Meldung.
Es ist viel passiert heisst es in einer Deutschen Vorabendserie, im realen Leben auch.
Trennung und Umzug, verbunden mit massiver Gewichtsabnahme (aktuell 16 Kilo, ich passe wieder ohne Probleme in meinen Hochzeitsanzug), ein neues Objekt zur Geldvernichtung wurde gefunden in Form einer kleinen Italienerin die bis zum kommenden Frühjahr hergerichtet sein sollte.
Dann auch die Überlegungen nochmal nach Paraguay zu fliegen und dort die Papiere für alle Fälle schon mal fertig zu machen. Ausserdem könnte man sich bei so einem Anlass ja auch weiter nach der immer noch fehlenden zündenden Idee umsehen.
Da ich seit Januar Urlaub immer nur in Form von Einzeltagen für Umzug, Papierkram und ähnliches gesehen habe, wurde der Druck langsam doch so groß, dass ich kurzerhand gebucht habe, aber nicht Paraguay, sondern Dom.Rep.
Das dauert zwar noch ein Vierteljahr aber gibt schon mal wieder etwas nötigen Auftrieb nach einer nicht enden wollenden Serie von Nackenschlägen. Jetzt heisst es nur noch schauen, ob ich schon vorher eine Unterkunft organisiere oder es wieder so mache wie früher, ankommen und vor Ort etwas passenden suchen.
Kommt Zeit kommt Rat.
Demnächst also an dieser Stelle auch etwas über den Umweg über die Dom.Rep.

Jagdgeschwader Kolibri

Da auch der heutige Tag im Zeichen des Shoplaxing stand, musste man sich etwas Programm ausdenken.
Tina startete mit einer Reitstunde – ihrer zweiten hier und in ihrem Leben. Als Naturtalent machte sie dabei eine gute Figur.

Ich hingegen rüstete die Kamera um und nahm mit dem EF 100-400 IS sowie einem 2-fach Telekonverter samt Einbeinstativ die Jagd nach den hiesigen Kolibris auf.
Vor einem Busch auf die Lauer gelegt kam nach geschlagenen eineinhalb Stunden ein Kolibri vorbei um zu schauen ob der Busch noch da ist. Anscheinend hatte der Rest der Truppe Familienfeier an einem anderen Busch…
Nach zwei Stunden endlich kam ein Opfer vorbei und prompt ging das Geschiesse los. Hat sich das Warten bei „nur“ 32 Grad doch noch gelohnt.

Da es dann wegen des zunehmend bewölkten Himmels noch etwas weiter abkühlte, sind wir zum berühmten Petirossi-Markt, einem Gebiet in dem neben Strassenständen auch Gebäudeteile als Markt umfunktioniert sind.
Dort gibt es bis auf Motorräder und Autos eigentlich alles was man sich denken kann, von Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Kleidung, Schuhen, Plastikwaren, Brautkleidern, Schmuck, Uhren, CDs und DVDs, Enten- und Hühnerküken, lebende Schildkröten, Goldhamster, Autoersatzteile, nun ja, halt alles quer Beet.

Im Sommer sind besonders die überdachten Bereiche mit Fisch und Fleisch nur für härtere Nasen geeignet.
Die Rinderherzen hängen offen und ungekühlt an der „frischen“ Luft und haben schon eine merkliche Haut. Die Schweine- und Ziegendärme sind aufgeblasen in den oberen Etagen der Stände zu finden.
Zwei Paraguayos waren von meiner Kamera mit dem nicht kleinen EF 35-350 mm L derart angetan, dass sie vor der Kamera posierten und dringend abgelichtet werden wollten – was sie nicht wissen ist, dass sie jetzt im Internet sind…

Nach dem Einkauf für den abendlichen Salat und ein paar Trockenbohnen und Kaa Hee – auf Deutsch: Stevia – für zu Hause wurde der Rückweg durch den Feierabendverkehr angetreten und der Relaxanteil des Tages mit einer Stunde im Pool weiterverfolgt.

Kriegserinnerungen

Der blutigste Krieg Südamerikas.
Der Krieg, der dazu führte, dass Paraguay vom Status einer Grossmacht der Region zum Entwicklungsland zurückfiel.
Der Krieg, der das Land 50% seiner Fläche kostete, die an Argentinien und Brasilien fiel.
Der Krieg, der über 90% der paraguaischen Männer und insgesammt ca. 77% der Bevölkerung das Leben kostete.
Dieser Krieg ist bekannt unter dem Namen „Tripel-Allianz-Krieg“. Paraguay als Grossmacht half Uruguay, das von Argentinien und Brasilien angegriffen wurde. Diese Hilfe war teuer und da innerhalb von Uruguay die bestehende Regierung sich nicht halten konnte fiel das hilfesuchende Land unter neuer Leitung dem Hilfegeber mit den zwei anderen Kriegsparteien in den Rücken.
Eines der Denkmale die an diesen Krieg erinnern ist Vapor Cue. Ein Nationalpark, der mit Hilfe Spaniens unter den Diktaturen von Stroessner und Franco errichtet wurde.
War er früher schwer zu erreeichen, führt heute eine komplett asfaltierte Strasse bequem hin. Dort angekommen erwartet einen eine kleine Sandstrasse an der die Reste der sechs dort im Krieg versenkten Boote ausgestellt sind. Sie wurden versenkt, damit sie nicht den Kriegsgegnern in die Hände fallen. Die hölzernen Boote wurden auch noch angezündet, so dass heute von diesen vier nur noch die Dampfkessel und einige Planken ausgestellt sind. Die Metalldampfsegler waren noch besser erhalten und sind teilweise „restauriert“ – wenn man das pure Annieten von Metallplatten als Restauration bezeichnen will.
Die Reste der Kriegsflotte eines Binnenlandes, und um so mehr ein Wunder, wenn man die geringe Grösse des Flusses zur Grösse der Boote bedenkt. Zu jedem der Boote finden sich die relevanten Informationen auf einer Tafel.

Daneben existieren inzwischen Freizeitanlagen wie Grillstellen, Tische und Bänke, die von den Einheimischen auf gerne genutzt werden. Die zumindest bei Niedrigwasser wie wir es aktuell haben teilweise malerischen kleinen Strände sind so beliebt, dass aus dem nächsten Ort die Jugendlichen 5 km zu Fuss zum Baden hergelaufen kommen.
Auch bei den Tieren ist das Flussufer mit den Stränden beliebt, so sieht man Kühe im Fluss baden und am Ufer trinken jede Menge Vögel.

Gestern statteten wir also diesem Kriegsdenkmal einen Besuch ab und wollten anschliessend im daneben gelegenen Hotel Vapor Cue eine Erfrischung zu uns nehmen – siehe da, es war in der Hauptsaison geschlossen. „Wegen Renovierungsarbeiten“ wobei man allerdings jegliches Vorhandensein von Baumaterialien oder Arbeitern ausschliessen konnte. Also wohl eher „wegen Reichtums“ geschlossen.

Da hiess es dann weiterfahren nach Caacupe und der dritte Anlauf dort eine Internetbekanntschaft zu besuchen klappte schlussendlich. Wir tranken ein paar Biere im Hotel Asuncion neben der Kathedrale, bevor wir zu ihnen nach Hause gefahren sind.
Wer erstmal 24 Jahre in Paraguay lebt und keinen deutschen Pass mehr hat, der hat etwas zu erzählen. Und trotz der langen Zeit im Land merkt man immer noch die Begeisterung, die sie für Paraguay haben. Nicht nur wegen der derzeitigen Kälte in Deutschland könnten sie es sich nicht mehr vorstellen zurückzugehen.
Wenn man sich den Ort Caacupe anschaut, kann ich dies verstehen. Obwohl Provinzhauptstadt mit entsprechendem Verkehr ist dieser aus der Stadt gut herausgeleitet und der Ortskern um die berühmte Kathedrale ist herrlich ruhig gelegen. Dazu die hügelige Landschaft mit dem vielen Grün, einigen kleinen Flüssen und Bächen, da kann man schon mal „kleben bleiben“.

Da wir aber noch eine Station besuchen wollten haben wir das gastliche Haus dann auch irgendwann verlassen und uns auf den Weg nach Tobati gemacht. Tobati ist das landesweite Zentrum der Ziegelherstellung, die alle in holzbefeuerten Öfen gebrannt werden. Daneben ist Tobati bekannt durch ein „Künstlerdorf“, eine kleine Handwerkeransiedlung mit gemeinsamer grosser Ausstallungs- und Verkaufshalle wo man von Kitsch über attraktives Kunsthandwerk bis komischerweise zum Pick-Up-Motorrad (wohl für die Dorfbewohner) alles erstehen kann.
Daneben ist Tobati durch die Skulpturen dreier Köpfe sowie eine 500 Millionen Jahre alte Steinformation bekannt, die recht skurril geformte Teile aufweist.

Von dort ging es im direkten Weg über die Nordschleife (Emboscada, Limpio) und eine Polizeikontrolle (PYG 260.000 – ca. € 40.- – wegen Überholens im Überholverbot – ich bin schon zu gut aklimatisiert) zurück zur Unterkunft.

Shoplaxing

Heute stand der Tag im Zeichen des Shoppings und des Relaxens.
Erst haben wir den Shopping-Bereich von Luque erkundet und sind danach in die luxuriöse Einkaufsmeile „Shopping del Sol“ gefahren. Doirt findet man alles was das Luxusherz begehrt, Parfümerien mit allen bekannten Marken, Edeljuweliere und -Uhrmacher (wobei, Rolex habe ich bislang nicht gesehen), Boutiquen mit bekannten und für uns unbekannten Marken, eine grosse Food-Mall mit allen möglichen kulinarischen Richtungen sowie einem angeschlossenen Supermarkt.

Trotz des nicht geringen Preises haben wir in einem Andenkenladen eingekauft, denn die Qualität hat überzeugt und den ca. 50%igen Aufpreis zu anderen Läden gerechtfertigt. Eigentlich wollte ich auch Hosen kaufen, aber entweder war die Qualität zu schlecht oder der Preis auf europäischem Niveau.

Komischerweise wird in Deutschland die Weihnachtsdekoration am 6. Januar spätestens abgebaut, hier bleibt sie stehen, ok, die Bäume nadeln ja auch nicht…

Wieder zurück in der Unterkunft hat sich das uns begleitende russische Pärchen an den Pool verzogen, während wir Bett + Ventilator wählten. Dies wurde gefolgt von einer einstündigen Ganzkörpermassage sowie bei Tina noch von einer Reitstunde.