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Kriegserinnerungen

Der blutigste Krieg Südamerikas.
Der Krieg, der dazu führte, dass Paraguay vom Status einer Grossmacht der Region zum Entwicklungsland zurückfiel.
Der Krieg, der das Land 50% seiner Fläche kostete, die an Argentinien und Brasilien fiel.
Der Krieg, der über 90% der paraguaischen Männer und insgesammt ca. 77% der Bevölkerung das Leben kostete.
Dieser Krieg ist bekannt unter dem Namen „Tripel-Allianz-Krieg“. Paraguay als Grossmacht half Uruguay, das von Argentinien und Brasilien angegriffen wurde. Diese Hilfe war teuer und da innerhalb von Uruguay die bestehende Regierung sich nicht halten konnte fiel das hilfesuchende Land unter neuer Leitung dem Hilfegeber mit den zwei anderen Kriegsparteien in den Rücken.
Eines der Denkmale die an diesen Krieg erinnern ist Vapor Cue. Ein Nationalpark, der mit Hilfe Spaniens unter den Diktaturen von Stroessner und Franco errichtet wurde.
War er früher schwer zu erreeichen, führt heute eine komplett asfaltierte Strasse bequem hin. Dort angekommen erwartet einen eine kleine Sandstrasse an der die Reste der sechs dort im Krieg versenkten Boote ausgestellt sind. Sie wurden versenkt, damit sie nicht den Kriegsgegnern in die Hände fallen. Die hölzernen Boote wurden auch noch angezündet, so dass heute von diesen vier nur noch die Dampfkessel und einige Planken ausgestellt sind. Die Metalldampfsegler waren noch besser erhalten und sind teilweise „restauriert“ – wenn man das pure Annieten von Metallplatten als Restauration bezeichnen will.
Die Reste der Kriegsflotte eines Binnenlandes, und um so mehr ein Wunder, wenn man die geringe Grösse des Flusses zur Grösse der Boote bedenkt. Zu jedem der Boote finden sich die relevanten Informationen auf einer Tafel.

Daneben existieren inzwischen Freizeitanlagen wie Grillstellen, Tische und Bänke, die von den Einheimischen auf gerne genutzt werden. Die zumindest bei Niedrigwasser wie wir es aktuell haben teilweise malerischen kleinen Strände sind so beliebt, dass aus dem nächsten Ort die Jugendlichen 5 km zu Fuss zum Baden hergelaufen kommen.
Auch bei den Tieren ist das Flussufer mit den Stränden beliebt, so sieht man Kühe im Fluss baden und am Ufer trinken jede Menge Vögel.

Gestern statteten wir also diesem Kriegsdenkmal einen Besuch ab und wollten anschliessend im daneben gelegenen Hotel Vapor Cue eine Erfrischung zu uns nehmen – siehe da, es war in der Hauptsaison geschlossen. „Wegen Renovierungsarbeiten“ wobei man allerdings jegliches Vorhandensein von Baumaterialien oder Arbeitern ausschliessen konnte. Also wohl eher „wegen Reichtums“ geschlossen.

Da hiess es dann weiterfahren nach Caacupe und der dritte Anlauf dort eine Internetbekanntschaft zu besuchen klappte schlussendlich. Wir tranken ein paar Biere im Hotel Asuncion neben der Kathedrale, bevor wir zu ihnen nach Hause gefahren sind.
Wer erstmal 24 Jahre in Paraguay lebt und keinen deutschen Pass mehr hat, der hat etwas zu erzählen. Und trotz der langen Zeit im Land merkt man immer noch die Begeisterung, die sie für Paraguay haben. Nicht nur wegen der derzeitigen Kälte in Deutschland könnten sie es sich nicht mehr vorstellen zurückzugehen.
Wenn man sich den Ort Caacupe anschaut, kann ich dies verstehen. Obwohl Provinzhauptstadt mit entsprechendem Verkehr ist dieser aus der Stadt gut herausgeleitet und der Ortskern um die berühmte Kathedrale ist herrlich ruhig gelegen. Dazu die hügelige Landschaft mit dem vielen Grün, einigen kleinen Flüssen und Bächen, da kann man schon mal „kleben bleiben“.

Da wir aber noch eine Station besuchen wollten haben wir das gastliche Haus dann auch irgendwann verlassen und uns auf den Weg nach Tobati gemacht. Tobati ist das landesweite Zentrum der Ziegelherstellung, die alle in holzbefeuerten Öfen gebrannt werden. Daneben ist Tobati bekannt durch ein „Künstlerdorf“, eine kleine Handwerkeransiedlung mit gemeinsamer grosser Ausstallungs- und Verkaufshalle wo man von Kitsch über attraktives Kunsthandwerk bis komischerweise zum Pick-Up-Motorrad (wohl für die Dorfbewohner) alles erstehen kann.
Daneben ist Tobati durch die Skulpturen dreier Köpfe sowie eine 500 Millionen Jahre alte Steinformation bekannt, die recht skurril geformte Teile aufweist.

Von dort ging es im direkten Weg über die Nordschleife (Emboscada, Limpio) und eine Polizeikontrolle (PYG 260.000 – ca. € 40.- – wegen Überholens im Überholverbot – ich bin schon zu gut aklimatisiert) zurück zur Unterkunft.

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