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Sommerfrische am See

Der heutige Tag stand unter dem Zeichen eines Ausflugs rund um den Ypacarai-See.
Von Luque starteten wir nach Aregua, wo am Bahnhof der noch immer im Sommer verkehrende historische Dampfzug Station gemacht hatte. Die Fahrt geht von Luque nach Aregua mit einigen Stunden Aufenthalt und dann zurück.

Dort sind wir dann auch zum ersten Mal ans Seeufer gestossen, zu einer Sommerparty, denn es kostete pro Person Gs. 5000 Eintritt. Dafür gab es Disco-Beschallung wie der Paraguayer sie liebt.
Da wir früh am Tag dort eintrafen – es war gerade mal 12:30 – war es noch sehr leer. Ein einzelner Junge traute sich ins Wasser. Nicht dass es kalt gewesen wäre, es ist schlicht und ergreifend elend dreckig. In den See sind Jahrzehntelang Abwässer eingeleitet worden, so dass er biologisch und chemisch stark belastet ist. Trotzdem ist der See das bevorzugte Freizeitziel für alle in der Umgebung – und das sind immerhin 3 Millionen Menschen in Asuncion – zum Glück können es sich aber nicht alle leisten, denn sonst wäre der See faktisch tot. Auch die Wiesen am See sind – obwohl Eintritt verlangt wird alles andere als sauber… Wenn man sich dann die aufgestellten Mülleimer anschaut und sieht, dass sie nach unten durchgerostet sind wird einem manches klarer: so helfen auch keine „Haltet eure Umwelt sauber!“ Schilder.

Dass in dem See noch vitales Leben ist bewiesen recht schnell ein paar Fischer die mit ihrem Boot anlandeten. Ihren Fang bezeichneten sie als „nur Kleinkram“ da es seit drei Tagen zu windig ist. Er bestand überwiegend aus Liniendornwelsen (Platydoras costatus), einem in Deutschland beliebten Aquarienfisch, der zwar nicht als Filet genossen werden kann, jedoch eine gute Einlage für die Fischsuppe bildet. Daneben noch zwei kapitale Salmler, die im Gegensatz zu den Welsen wesentlich anspruchsvoller sind, was den Sauerstoffgehalt des Wasser angeht, so schlimm kann es also um den See nicht bestellt sein.
Zum Abschied meinte der Fischer noch „Danke, dass Sie Paraguay besuchen!“ – höflich sind sie, die Paraguayer und sie freuen sich, wenn man sich mit ihnen unterhält.

Bei der Weiterfahrt haben wir zunächst nicht weiter den See umrundet sondern den zweiten Anlauf zum Aufsuchen einer Internetbekanntschaft in Caacupe gemacht, leider wieder vergeblich. Dort haben wir dann „im Südlichen Mitteldeutschland“ gegessen und ich muss sagen, dass ich noch nie ein so zähes Rinderfilet hatte, dass aus einer so schlecht geputzten Pfanne kam. Auf der Rechnung hat man sich dann gleich mal bei einer Position um eine Null vertan, was in Summe nur 45% Aufschlag für dumme Touris ausmachte. Naja, gemerkt und reklamiert, auch ein Taschenrechner hilft halt nicht, wenn die Angestellten keine Zahlen übertragen können.

Dann wieder zurück zum See, ins berühmte San Bernardino, dem Ort an dem die Schönen und die Reichen Paraguays Urlaub machen. Und siehe da, ich habe an keinem Ort Paraguays bislang so viele hübsche Frauen gesehen! Auch die Anzahl der grossen Autos war enorm, so dass ein Hummer H2 in den vielen Jeeps, Volvo XC90, X5 gar nicht weiter auffiel, im Gegenteil, er wirkte eher klein.

Schnell ein Bild vom ältesten Hotel am Platze gemacht, dem Hotel del Lago, von dem ich in Deutschland eine uralte Postkarte habe, da es ein beliebtes Postkartenmotiv war.
Danach runter zum See, wo auf dieser Seite jede Menge Wassersport ausgeübt wurde. Schlauchbootfahren, Segeln, Kitesurfen, Jetskifahren und natürlich Schwimmen… Wer’s mag…

Ein Papparazzo-Shot – um die Persönlichkeit unkenntlich zu machen haben wir sie mit einer Unmenge an Make-Up bedeckt.

Und wenn man sieht, wer alles am See liegt, Einheimische im Schatten, Touristen in der Sonne…

Die Weiterfahrt führte uns dann nach Altos wo wir kurz vorher links in die Pampa bogen und nach 5,2 km das Hotel und Restaurant eines deutschen Gauchos erreichten. Essen und Trinken mit der besseren Gesellschaft Paraguays. Wir parkten unseren Nissan vor dem Tor, drinnen war es mit Volvos, 7er BMW etc. schon „etwas“ voll.
Eine echt beachtliche Anlage und da sich dort wie der Chef uns sagte auch viele Stammgäste aus Asuncion einfinden wird die Küche auch halten was die Anlage vom allgemeinen Eindruck verspricht. Ein paar einheimische Damen liessen sich die Zimmer zeigen und waren höchst erfreut („wunderbar!“). Wenn es mich mal wieder an den See verschlägt ist eine Nacht dort Pflicht – und das nicht nur, weil der Chef sich persönlich um alle Gäste kümmert…
Auch der Ausblick über das Westufer des Sees bis nach Asuncion ist bemerkenswert, heute allerdings durch etwas Brandrodung getrübt.

Von da aus ging es mit Bogen über Emboscada zurück nach Luque, was uns den ersten Blick auf den silbrig schimmernden Rio Paraguay erlaubte. Natürlich gab es zuletzt wieder mal das Problem, dass in Limpio (ja, hier gibt es Orte, die heissen „Sauber“, sind aber auch nicht sauberer als andere lateinamerikanische Städte) mal wieder nichts darauf hinwies, wo man links ab muss, aber inzwischen sind wir ja Suchen gewohnt und haben mit nur einmal drehen den Weg gefunden.