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Please bringback the Stewardess to an upright position / zitter – bibber – frier

Gut ausgeruht machten wir uns am Sonntagnachmittag dann auf den Weg vom Hotelzimmer ins heimatliche Bett – so zumindest die Hoffnung.

Fast pünktlich um 16 Uhr wurden wir, zusammen mit einer TAM-Angestellten aus dem Hotel abgeholt, die 2 Stunden-Frist für internationale Flüge gilt ja nur für nicht-Eingeweihte…
Nach 30 Minuten durch die grossen Strassen wie auch Villenviertel Asuncions trafen wir am Flughafen ein und suchten unseren Weg durch das Chaos, denn auf dem Flughafen war die Hölle los – und das trotz nur 4 Gates an denen gelandet und gestartet wird.

Zum Glück war die Schlange an unserem Schalter am kürzesten und einen Kollegen vom Vortag gruppierten wir später auch noch mittenrein, wer so lange warten muss, darf zusammenhalten.
Trotz nur 12 Parteien vor uns dauerte es eine geschlagene Stunde bis wir an der Reihe waren – immerhin kam zwischenzeitlich die beruhigende Nachricht über die pünktliche Landung unserer Maschine – somit war ein Hydraulikdefekt diesmal unwahrscheinlich.
Als wir fertig abgefertigt waren – 10 Minuten nach offiziellem Boarding-Beginn – schaute eine Angestellte auf die Uhr und wurde nervös. Nervös? Ja, sowas scheint es auch in Paraguay zu geben, denn das biserige Arbeitstempo fortgesetzt würde die Abfertigung der Schlange bis ca. 30 Minuten nach Abflug bedeuten…

Nun ja, wir starteten durch, überwanden die Pass- und die vollkommen überflüssige Sicherheitskontrolle im Transitbereich von Sao Paulo und direkt weiter zum (geänderten) Gate und in die Schlange des Boardings eingereiht.

Im langen (Boeing 777) Flieger hatten wir die letzte Reihe, dummerweise Mittelplätze, die weder über ausreichende Bewegungsfreiheit, noch über Gepäckfächer verfügen. Komischerweise wurde mir nicht gestattet mein Gepäck dort hinzustellen wo es Andere vor mit getan haben – Andere nach mir auch. Irgendwas muss ich an mir haben, dass ich defekte Flieger und penibele Flugbegleiterinner erwische.
Egal – den Rest des Fluges wurde ich überwiegend über die Mittelachse vom männlichen nicht so gestressten Personal bedient – warum wohl…?

OK, der Flug war – bis auf die häufigen Abstürze des Boardunterhaltungsssystems – recht angenehm. Für die heftigen Turbulenzen seit Erreichen des Atlantiks und bis zu den Kanaran (ja, eine relevante Strecke!) konnte ja niemand etwas. Die Abstürze des lizenzkostenfreien Betriebssystems bei jeder zweiten oder dritten Durchsage der Crew nervten aber deutlich. Nach dem Absturz konnte man den Reboot des Red Hat Linux mit allen Fehhlermeldungen bewundern und durfte anfangen den Film von vorne vorzuspulen. Unnötig zu erwähnen, dass es Filme mit >90 Minuten Laufzeit und eine maximale Spulgeschwindigkeit von 4x gab…
Zwei Resets und man kann als Synchronsprecher anfangen! OK, insgesammt muss man dem TAM-Boardprogramm eine 2+ geben denn es gab einige Filme auf Deutsch, alle auf Englisch und Spanisch und alles was man wollte zu jeder Zeit die man wollte – es sei denn die Crew hatte gerade etwas anderes vor…
Nur das Betriebssystem sollte überdacht werden! Die Abstürze sind zu oft und die Neustarts dauern zu lange!

Service und Essen waren wie nicht anders erwartet sehr gut – ein ziemlicher Gegensatz zum Bodenpersonal, dass – auch immmer freundlich – ziemlich unkoordiniert in dem Schwarm der Arbeitsbienen umherschwirrt.

Irgendwann sind wir dann tatsächlich angekommen, warteten eine Viertelstunde auf den “Parkplatz” und bekamen vorne einen “Rüssel” und hinten eine “Treppe”. Warum eine Treppe bei Minusgraden an einen Flieger herangerollt wird erschliesst sich wohl nur den Eingeweihten, wenn sie dann nicht genutzt wird…

Auf der Erde Frankfurts Blühte Tina merklich auf, auch wenn hier eigentlich noch nichts von Hessen zu spüren war. Die Koffer in den Händen (jawoll, wir haben sie eingeholt!), wenn auch nicht alle Teile – also fand ich mich in der Reklamation ein und bekam eben auf die Schnelle vom Reparaturservice von Fraport einen neuen Koffer, denn mein Alter war durch Komplettverlust von einer der 4 Rollen samt Schale, an der sie befestigt war arg in Mitleidenschaft geraten. Eine Reparatur war ausgeschlossen und vom ursprünglichen Wert wurden trotz geringer Nutzung pro Jahr 10% abgezogen – bei anderen Airlines sind es 20% – und mir ein nagelneuer Koffer in ähnlicher Grösse angeboten.
Da kann ich nur sagen, dass zum Glück der Koffer auf der Rückreise derart beschädigt wurde, denn so lief es reibungslos. In der Kofferreparaturwerkstatt bei Fraport haben die zum Sofortaustausch mindestens 200 verschiedene Koffermodelle!
Für meinen 4 Jahre alten, wenig gebrauchten No-Name-Koffer bekam ich im Austausch einen No-Name-Koffer ähnlicher Grösse nur mit weniger Rollen. Ein Tribut an die Nutzung…

Die weitere Rückreise über den Massenparkplatz (+ € 3.- für die eintägige Verspätung) und unseren Parkplatz am Haus verlief problemlos. Wie wir es eigentlich vom gesamten Urlaub erwartet hätten…

Nur der Temperaturunterschied machte uns gewaltig zu schaffen…
Mehr als der Temperaturanstieg bei Erreichen Paraguays…

Verschoben

Verschoben werden mussten nach unserem Frühstück erstmal alle möglichen Termine.
Die Mails an die Chefs mussten raus, damit die sich nicht wundern, wenn wir am Montag nicht zur Arbeit erscheinen.
Der Flughafenshuttle musste Umgebucht werden.
Der Arzttermin für Montagnachmittag musste verlegt werden.
Das Essen mit den Schwiegereltern am Sonntagabend musste abgesagt werden.
Nun ja, dank Internet im Hotel geht das meist recht flott.

Also weiter in der Zustandsbeschreibung.
Dass das Hotelabendessen (3 Gänge-Menü mit kaltem Vorspeisebuffet, Hauptgang und Dessert nach Wahl) gut aber mit unwilligem Service war, hab ich ja bereits geschrieben.
Das Frühstück konnte aber mit dem Abendessen nicht mithalten. Der Service, der nun keine Überstunden mehr schieben musste hatte auch morgens vor 10 schon ein “Feierabend!” auf die Stirm geschrieben und so dauerte z.B. das Auffüllen der Rühreipfanne eine knappe halbe Stunde. Die Säfte waren alle frisch gepresst, aber leider ziemlich aromabefreit. Schon das Obst bestach dadurch, dass man nicht die kleinen reifen süssen Ananas aus Paraguay nahm, sondern die teureren grösseren festen und sauren aus Brasilien.
Das gleiche Spiel mit Mango und Melone.
Zur Wurst fanden sich nur süsse Brotsorten oder Brötchen, von denen ca. 3-4 in eine Kaffeetasse passen.
Naja, uns kostet es ja nicht wirklich etwas, aber 5 Sterne-Frühstücke sollten anders aussehen, in Ciudad del Este waren im 3 Sterne-Hotel Auswahl und Qualität besser!

Nach dem Frühstück haben wir dann mal an der Rezeption nachgefragt wie es mit einem eventuellen Mittagessen und dem Flughafentransfer aussieht. Flughafentransfer ist wohl um 16 Uhr, aber Mittagessen? Pustekuchen!

Nun ja, dann belegen wir das Zimmer noch etwas und schalten gelegentlich die Klimaanlage an um uns zu erfrischen, denn Hotelpool? Fällt aus, die Badekleidung ist ja mit dem restlichen Gepäck in Sao Paulo…
Darf zwar nicht sein, ist aber so.
Obwohl es Vorschrift ist, dass Gepäck ausgeladen werden muss, wenn der Passagier aussteigt, hat das bei genügend Passagieren niemanden interessiert. Komischerweise wurde aber ein Teil des Gepäcks ausgeladen, so hat eine 4-köpfige Gruppe aus, bzw. nach Hannover ihr Gepäck bekommen obwohl sie zusammen mit uns ausstieg, unseres war aber wohl im Flieger verblieben. Da können wir mal gespannt sein wann wir das wiedersehen.

Glücklicherweise finden sich ja in Hotels dieser Kategorie zumindest Seife und Shampoo in ausreichender Zahl und ich horte in aller Regel verbotenerweise die Airline-Zahnputzsets im Handgepäck, so dass die Morgentoilette gesichert war.

Trotz fleissigem Zappens konnte ich im Kabelfernsehen keinen Fernsehbeitrag zu den ganzen Interviews vom Vorabend entdecken, also wurde die Zeit mit National Geographic Channel, Animal Planet und ähnlichem verbracht. Dazwischen nochmal ordentlich weggedämmert – bei Einheimischen heisst sowas Siesta – und abschliessend eine letzte Dusche vor der Reise.

Tam-Tam mit der TAM

Nachdem wir den Leihwagen am Flughafen schnell zurückgegeben hatten ging es zum Check-In mit noch erfreulich kurzer Schlange und von dort zu einer Erfrischung an die Flughafen-Bar. Dort gab es dann auch die Heparin-Dosis für Langstreckenflüge und ab durch die Sicherheitskontrolle. Wie üblich erregte die Fotoausrüstung Aufmerksamkeit, diesmal aber mit der rein privaten Frage, was so eine Ausrüstung denn koste, wo wir waren und was für Aufnahmen gemacht wurden.

Die fast letzten Guarani wurden noch in zwei Büchern über die wildlebenden Tiere und die häufigsten Vögel angelegt und dann warteten wir.

10 Minuten vor dem planmässigen Boarding bildete sich bereits eine Schlange, und das trotz des Hinweises, dass aus betriebsbedingten Gründen sich der Flug wohl verzögern würde. Nun ja, 20 Minuten nach geplantem Boarding kam dann auch der Hinweis, dass es sich wohl noch 30 Minuten hinziehen würde und die Schlange löste sich wieder auf. 10 Minuten nach geplantem Abflug kam die Meldung, dass unsere Maschine jetzt gelandet sei und das Boarding so schnell wie möglich beginnen würde.

Nun ja, eine gute Stunde nach dem geplanten Boarding kletterten wir auf unsere Sitze und schoben das Gepäck unter den des Vordermannes. Jetzt hiess es sitzen und abwarten.
Eine Stunde nach geplantem Start verstrich. Geräusche wie von einem kurbelnden Anlasser. Die Triebwerke wurden abgestellt. Nach 1:15 eine Durchsage des Kapitäns: “Computerprobleme” würden den Start verzögern und man meine noch 20 Minuten zu brauchen um diese zu beheben. Wenn mein Computer solche Geräusche macht wie dieser Airbus 320, dann werfe ich ihn weg :-)

Ich tippte auf Probleme beim Starten des Mitteltriebwerks, liess mir aber von einem anderen Passagier sagen, dass es eher die Hydraulik sei, die Flügelnasen und Landeklappen liessen sich derzeit nicht verstellen. Damit sei ein langsames Fliegen aber keine sichere Landung möglich. Nun gut, der Pilot wird ja auch lebend ankommen wollen, es sei denn, er hatte gerade einen Ehekrach.

Nach etwas über zwei Stunden und diverser Versuche mit dem Anlassergeräusch tat sich nichts – ok, der Käptn meldete sich mal wieder und bat um weitere 30 Minuten Geduld – ausser dass die Schlangen vor den Toiletten anwuchsen, die Besatzung Essen an die Kinder austeilte und eine Frau übelst stürzte und nach meiner Einschätzung das Knie dringende ärztliche Behandlung bedürfte.
Wenn das Flugzeug beginnt die Passagiere anzugreifen ist das kein gutes Zeichen (zugegeben sie ist gestürzt, weil sie einem spielenden Kind ausgewichen ist, aber das attackierende Flugzeug passt besser zum Thema “Final Destination” das in der Reihe vor uns aufkam).

Nun gut, der Flieger kam zu spät in Asuncion an, was liegt näher als bei einer geplanten Flugzeit von 3 Stunden und real benötigten 1:40, dass bereits dort die gleichen Propbleme vorhanden waren? Dumm nur, dass der Flughafen von Sao Paulo gross und technisch gut ausgestattet ist, während in Asuncion gerade einmal ausreichend Sprit für den Rückflug zur Verfügung steht, aber keine kompetenten Hydrauliktechniker…

Die bestehende Lücke zwischen den diversen Anschlussflügen und einer möglichen Landung verkürzte sich dramatisch und Paraguayer mit amrerikanischem Pass meinten schon “Ich kann in Brasilien aber gar nicht einreisen, ich habe gar kein Visum…”. Deshalb verliessen zweieinhalb Stunden nach geplantem Start etlische Passagiere mit Ziel USA oder Deutschland den Flieger um lieber in Asuncion zu bleiben – schliesslich hatte der Pilot ja auch von einem letzten Versuch berichtet, die Maschine zum Laufen zu bringen und dieser war wohl fehlgeschlagen – eine erneute Meldung von seiner Seite erfolgte jedoch nicht. Und wer als erstes draussen ist, der kann sich auch als erstes seinen Weiterflug sichern.

Aber erstmal heisst es wieder nach Paraguay Einreisen. Der Sicherheitsbeamte, der sich für meine Fotoausrüstung interessiert hatte, begrüsste mich und meinte gleich “Ah, jetzt kommen mehr Fotos…”
Am TAM-Schalter stand dann schon eine kleine Gruppe mit den ersten 5 Parteien, die abgefertigt wurden. Dabei ging man in lateinamerikanischer Gelassenheit mit ebensolcher Organisation vor. Da dieses anscheinend noch nie vorgekommen war, wuselten die Damen wie ein Bienennest umher und machten mal dieses mal jenes. Irgendwann wurde sich dann auch unser angenommen und nach einem Flug mit Ankuft am Sonntag in Frankfurt gesucht. Dass ein Abflug Sonntags um 21:00 Uhr in Buenos Aires dabei nicht zielführend sein kann, fiel der Dame nicht gleich auf, nach meinem dezenten Hinweis, dass ich dann ja auch den vorher angebotetenen Flug zur gleichen Zeit wie geplant am Folgetag nehmen könnte, gab sie mir allerdings Recht.

Langer Rede kurzer Sinn, der Flug wurde auf Sonntag 18 Uhr umgebucht mit Ankunft Montag 14:40 in Frankfurt. So der Flieger abheben will…

Jetzt fehlte eigentlich nur noch unser Gepäck, eine Unterkunft und etwas zu Essen, denn ich rief bereits lautstark nach einer halben Kuh in Knoblauch. Die geplante Abflugzeit war jetzt um knappe 3:30 verstrichen und von einer anderen Passagierin wurde mir gesagt, dass der Flieger dann doch tatsächlich abgehoben habe, vor 15 Minuten. Das hiesse den Flieger nach Frankfurt um eine geschlagene Stunde zu verpassen und dann in Brasilien zu sitzen.

Nach einer weiteren Stunde – inzwischen war ich vom lokalen Fernsehen interviewt worden und habe gleich ob der verspäteten Ankunft in Deutschland der TAM Post vom Rechtsanwalt angekündigt – sassen wir immer noch und warteten auf einen Transfer zum für uns organisierten Hotel. Dieser fand dann 5 Stunden nach geplanten Abflug auch wirklich statt und dauerte, inclusive der kleinen touristischen Stadtrundfahrt – eine knappe halbe Stunde.

So kamen wir dann um 23:30 im “Excelsior” an, bezogen schnell die Zimmer und gingen zum späten Abendessen – die Hotelrestaurants schliessen um 0:00 Uhr.
Mit entsprechendem Elan wurden wir vom Personal bedient – “Überstunden, Danke!” stand breit in die Gesichter geschrieben.
Das Essen war ausgezeichnet, im Gegensatz zu den anderen Gästen namen wir zum Essen ein kostenpflichtiges Bier um anschliessend den kostenfreien Softdrink als Nachtration aufs Zimmer zu nehmen.
Als ich also die zwei Wasser und die Rechnung bestellte lautete die Rechnung auf 2 * Bier a 12000.- und 2 Wasser a 2000.-, macht in Summe 28000.-
Da das Wasser ja kostenfrei war, reklamierte ich die Rechnung, worauf diese korrigiert wurde auf 2 * Bier a 13000.-, macht in Summe 26000.- :-)

Auf dem Zimmer nahmen wir noch ein Bier aus der Minibar um besser schlafen zu können, und auch um die Kakerlaken nicht so laut zu hören, denn auf dem Flur stolzierte ein ausgewachsenes Exemplar neben unserer Tür und in unserem Bad waren die Larvenstadien 2-4 unterwegs. Vielleicht sogar Larvenstadium 1, aber so genau wollte ich gar nicht nachschauen, in einem 5*-Hotel waren es in jedem Fall auch 5*-Schaben.

Wir dürfen gespannt sein, wie der Rest der Rückreise verläuft und berichten live vom Ort des Geschehens, solange wir noch Internet haben…

Ein erstes Ende

Heute muss gepackt werden.
Der Urlaub geht zu Ende und um 15 Uhr geht es ab zum Flughafen.
Also nochmal eben zum Supermarkt um zu sehen, was alles dringend mit muss (paraguayische rote Bohnen, brasilianischer Molho de Ajo, Gewürze, …) und den Leihwagen wieder vollgetankt.
Vorher noch erfolgreich den Bosch-Test gemacht, da ich gestern den Wagen zu lange mit Licht abgestellt hatte. Also kurz Starthilfe bekommen und dann eben beim Tanken und Einkaufen den Wagen laufen lassen.
Dann die Koffer verschnürt und ein letztes Mal die Füsse in den Pool gehängt.

Leider haben wir nicht alle Bekanntschaftsbesuche geschafft abzuarbeiten, was an den hiesigen Strassenbeschilderungen liegt und auch an der Verfügbarkeit der Telefone, denn wenn wir an dem Haus schon vorbei und anrufen wo es denn ist und nur die Mailbox drangeht, dann findet man es eben nicht. Naja, nächstes Mal, denn ich bin mir sicher, dass es für mich ein nächstes Mal geben wird, auch wenn Tina meint, dass es für sie einmal und nie wieder heissen wird.
Auch die Miss Paraguay 1975 (Sussy Vire, die derzeit im Gewässerbiologischen Bereich arbeitet) konnten wir nicht besuchen, da sie die Woche in der wir in Asuncion waren im Nord-Osten Paraguays war.

Ach ja, hier noch ein nachgeliefertes Bild zum gestrigen Jagdgeschwader Kolibri.

Und auch wenn die Liveberichte aus Paraguay hiermit zu Ende gehen, so ist das noch nicht das Ende des Reiseblogs, denn ich habe noch viele Bilder und einige Geschichten zu denen ich bislang einfach keine Zeit hatte.
Also verehrte Leser, bleiben Sie am Ball und beehren Sie uns bald wieder in diesem Theater wenn es immer noch heisst “Der Weg nach Paraguay” :-)

Jagdgeschwader Kolibri

Da auch der heutige Tag im Zeichen des Shoplaxing stand, musste man sich etwas Programm ausdenken.
Tina startete mit einer Reitstunde – ihrer zweiten hier und in ihrem Leben. Als Naturtalent machte sie dabei eine gute Figur.

Ich hingegen rüstete die Kamera um und nahm mit dem EF 100-400 IS sowie einem 2-fach Telekonverter samt Einbeinstativ die Jagd nach den hiesigen Kolibris auf.
Vor einem Busch auf die Lauer gelegt kam nach geschlagenen eineinhalb Stunden ein Kolibri vorbei um zu schauen ob der Busch noch da ist. Anscheinend hatte der Rest der Truppe Familienfeier an einem anderen Busch…
Nach zwei Stunden endlich kam ein Opfer vorbei und prompt ging das Geschiesse los. Hat sich das Warten bei “nur” 32 Grad doch noch gelohnt.

Da es dann wegen des zunehmend bewölkten Himmels noch etwas weiter abkühlte, sind wir zum berühmten Petirossi-Markt, einem Gebiet in dem neben Strassenständen auch Gebäudeteile als Markt umfunktioniert sind.
Dort gibt es bis auf Motorräder und Autos eigentlich alles was man sich denken kann, von Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Kleidung, Schuhen, Plastikwaren, Brautkleidern, Schmuck, Uhren, CDs und DVDs, Enten- und Hühnerküken, lebende Schildkröten, Goldhamster, Autoersatzteile, nun ja, halt alles quer Beet.

Im Sommer sind besonders die überdachten Bereiche mit Fisch und Fleisch nur für härtere Nasen geeignet.
Die Rinderherzen hängen offen und ungekühlt an der “frischen” Luft und haben schon eine merkliche Haut. Die Schweine- und Ziegendärme sind aufgeblasen in den oberen Etagen der Stände zu finden.
Zwei Paraguayos waren von meiner Kamera mit dem nicht kleinen EF 35-350 mm L derart angetan, dass sie vor der Kamera posierten und dringend abgelichtet werden wollten – was sie nicht wissen ist, dass sie jetzt im Internet sind…

Nach dem Einkauf für den abendlichen Salat und ein paar Trockenbohnen und Kaa Hee – auf Deutsch: Stevia – für zu Hause wurde der Rückweg durch den Feierabendverkehr angetreten und der Relaxanteil des Tages mit einer Stunde im Pool weiterverfolgt.

Kriegserinnerungen

Der blutigste Krieg Südamerikas.
Der Krieg, der dazu führte, dass Paraguay vom Status einer Grossmacht der Region zum Entwicklungsland zurückfiel.
Der Krieg, der das Land 50% seiner Fläche kostete, die an Argentinien und Brasilien fiel.
Der Krieg, der über 90% der paraguaischen Männer und insgesammt ca. 77% der Bevölkerung das Leben kostete.
Dieser Krieg ist bekannt unter dem Namen “Tripel-Allianz-Krieg”. Paraguay als Grossmacht half Uruguay, das von Argentinien und Brasilien angegriffen wurde. Diese Hilfe war teuer und da innerhalb von Uruguay die bestehende Regierung sich nicht halten konnte fiel das hilfesuchende Land unter neuer Leitung dem Hilfegeber mit den zwei anderen Kriegsparteien in den Rücken.
Eines der Denkmale die an diesen Krieg erinnern ist Vapor Cue. Ein Nationalpark, der mit Hilfe Spaniens unter den Diktaturen von Stroessner und Franco errichtet wurde.
War er früher schwer zu erreeichen, führt heute eine komplett asfaltierte Strasse bequem hin. Dort angekommen erwartet einen eine kleine Sandstrasse an der die Reste der sechs dort im Krieg versenkten Boote ausgestellt sind. Sie wurden versenkt, damit sie nicht den Kriegsgegnern in die Hände fallen. Die hölzernen Boote wurden auch noch angezündet, so dass heute von diesen vier nur noch die Dampfkessel und einige Planken ausgestellt sind. Die Metalldampfsegler waren noch besser erhalten und sind teilweise “restauriert” – wenn man das pure Annieten von Metallplatten als Restauration bezeichnen will.
Die Reste der Kriegsflotte eines Binnenlandes, und um so mehr ein Wunder, wenn man die geringe Grösse des Flusses zur Grösse der Boote bedenkt. Zu jedem der Boote finden sich die relevanten Informationen auf einer Tafel.

Daneben existieren inzwischen Freizeitanlagen wie Grillstellen, Tische und Bänke, die von den Einheimischen auf gerne genutzt werden. Die zumindest bei Niedrigwasser wie wir es aktuell haben teilweise malerischen kleinen Strände sind so beliebt, dass aus dem nächsten Ort die Jugendlichen 5 km zu Fuss zum Baden hergelaufen kommen.
Auch bei den Tieren ist das Flussufer mit den Stränden beliebt, so sieht man Kühe im Fluss baden und am Ufer trinken jede Menge Vögel.

Gestern statteten wir also diesem Kriegsdenkmal einen Besuch ab und wollten anschliessend im daneben gelegenen Hotel Vapor Cue eine Erfrischung zu uns nehmen – siehe da, es war in der Hauptsaison geschlossen. “Wegen Renovierungsarbeiten” wobei man allerdings jegliches Vorhandensein von Baumaterialien oder Arbeitern ausschliessen konnte. Also wohl eher “wegen Reichtums” geschlossen.

Da hiess es dann weiterfahren nach Caacupe und der dritte Anlauf dort eine Internetbekanntschaft zu besuchen klappte schlussendlich. Wir tranken ein paar Biere im Hotel Asuncion neben der Kathedrale, bevor wir zu ihnen nach Hause gefahren sind.
Wer erstmal 24 Jahre in Paraguay lebt und keinen deutschen Pass mehr hat, der hat etwas zu erzählen. Und trotz der langen Zeit im Land merkt man immer noch die Begeisterung, die sie für Paraguay haben. Nicht nur wegen der derzeitigen Kälte in Deutschland könnten sie es sich nicht mehr vorstellen zurückzugehen.
Wenn man sich den Ort Caacupe anschaut, kann ich dies verstehen. Obwohl Provinzhauptstadt mit entsprechendem Verkehr ist dieser aus der Stadt gut herausgeleitet und der Ortskern um die berühmte Kathedrale ist herrlich ruhig gelegen. Dazu die hügelige Landschaft mit dem vielen Grün, einigen kleinen Flüssen und Bächen, da kann man schon mal “kleben bleiben”.

Da wir aber noch eine Station besuchen wollten haben wir das gastliche Haus dann auch irgendwann verlassen und uns auf den Weg nach Tobati gemacht. Tobati ist das landesweite Zentrum der Ziegelherstellung, die alle in holzbefeuerten Öfen gebrannt werden. Daneben ist Tobati bekannt durch ein “Künstlerdorf”, eine kleine Handwerkeransiedlung mit gemeinsamer grosser Ausstallungs- und Verkaufshalle wo man von Kitsch über attraktives Kunsthandwerk bis komischerweise zum Pick-Up-Motorrad (wohl für die Dorfbewohner) alles erstehen kann.
Daneben ist Tobati durch die Skulpturen dreier Köpfe sowie eine 500 Millionen Jahre alte Steinformation bekannt, die recht skurril geformte Teile aufweist.

Von dort ging es im direkten Weg über die Nordschleife (Emboscada, Limpio) und eine Polizeikontrolle (PYG 260.000 – ca. € 40.- – wegen Überholens im Überholverbot – ich bin schon zu gut aklimatisiert) zurück zur Unterkunft.

Shoplaxing

Heute stand der Tag im Zeichen des Shoppings und des Relaxens.
Erst haben wir den Shopping-Bereich von Luque erkundet und sind danach in die luxuriöse Einkaufsmeile “Shopping del Sol” gefahren. Doirt findet man alles was das Luxusherz begehrt, Parfümerien mit allen bekannten Marken, Edeljuweliere und -Uhrmacher (wobei, Rolex habe ich bislang nicht gesehen), Boutiquen mit bekannten und für uns unbekannten Marken, eine grosse Food-Mall mit allen möglichen kulinarischen Richtungen sowie einem angeschlossenen Supermarkt.

Trotz des nicht geringen Preises haben wir in einem Andenkenladen eingekauft, denn die Qualität hat überzeugt und den ca. 50%igen Aufpreis zu anderen Läden gerechtfertigt. Eigentlich wollte ich auch Hosen kaufen, aber entweder war die Qualität zu schlecht oder der Preis auf europäischem Niveau.

Komischerweise wird in Deutschland die Weihnachtsdekoration am 6. Januar spätestens abgebaut, hier bleibt sie stehen, ok, die Bäume nadeln ja auch nicht…

Wieder zurück in der Unterkunft hat sich das uns begleitende russische Pärchen an den Pool verzogen, während wir Bett + Ventilator wählten. Dies wurde gefolgt von einer einstündigen Ganzkörpermassage sowie bei Tina noch von einer Reitstunde.

Tschacka, Du schaffst es – Chaco, manche schaffen es nicht

Gestern ging es in den unteren Chaco.
Zum Start sind wir direkt vor der Zahlstelle der Remanso-Brücke rechts abgebogen und haben dann die zweite links genommen um zum Rio Paraguay und “den Fischweibern” zu kommen. Dort sitzen direkt am Fluss etliche Frauen und verkaufen frischen Fisch. Kommt man als anscheinlicher Interessent, wettereifern sie miteinander um den Kunden, der ja meist nur einen kapitalen Fisch kauft.
Da sie angeblich manchmal bei Kameras nicht gerade freundlich reagieren habe ich auf das Ablichten verzichtet, aber an Fang gab es:
- Doradas (Salminus hilarii / brasiliensis)
- Schwarzer Pacu (Colossoma macropomum)
- Roter Piranha (Pygocentrus nattereri)
- Sorubim (Pseudoplatystoma corruscans)
- Raubsalmler (Hoplias malabaricus)

Nach einer Erfrischung ging es dann über die Brücke in die Weite des Chaco. Zunächst kamen zwei Orte, einer davon Villa Hayes, die Bezirkshauptstadt. Diese hinter sich lassend folgen Kilometer um Kilometer an meist lange geradeauslaufenden Strassen. Ab und an eine Brücke, gelegentlich ein Rancheingang. Selten sah man Indianersiedlungen und einige wenige Indianer. An drei Indianer”hütten” waren vorne ein kleiner Verkaufsstand mit Palmflechtwaren – auf dem Rückweg hielten wir an jeder dieser Hütten an und kauften eine Kleinigkeit, damit für die jeweiligen Familien die nächsten Tage gesichert sind. Auch wenn diese Familien unter einfachsten Bedingungen leben und nach unseren Verhältnissen “nichts” haben, so sind auch die Ansprüche gering mit mit einem solchen Einkauf kommen sie wieder etwas weiter, auch wenn eine Flechttasche oder -Schale nur € 3.- und ein Fächer € 1,50 kostet.

Neben der Strasse reihte sich weitläufige Viehweide an die nächste, der nächste “Ort” hingegen wurde erst nach ca. 60 km erreicht und somit, was in Paraguay ein limitierender Faktor sein kann, auch die nächste Gomeria. Zum Glück benötigten wir keine.
Den Endpunkt legten wir vorher auf den Rio Negro fest – den in Paraguay, nicht den im Amazonasbecken.
Damit hat unsere Tour mit ca. 200 km Distanz die maximale Ausdehnung erreicht gehabt.

Dann ging es wieder zurück, nicht nur weil nach Rio Negro die Strasse deutlich schlechter wird (bis dahin waren sie besser als erwartet, teils wird sie frisch gemacht) – obwohl das nur ein kurzes Stück sein soll.
Auf dem Rückweg habe ich dann deutlich mehr Vollbremsungen hingelegt um die Vögel der Region oder andere Tiere abzulichten.

Wieder über die Brücke haben wir noch versucht eine Internetbekanntschaft zu besuchen, aber leider war niemand zu Hause. Also waren wir dann nach insgesammt ca. 420 km und knapp 7 Stunden wieder in unsere Unterkunft eingekehrt um uns am Pool zu erfrischen.

Allgemein fand ich den Chaco im vorderen Bereich viel grüner und weniger lebensfeindlich als ich gelesen habe. Allerdings ist das ja auch der Chaco in der Nähe des Flusses und nicht in dem Bereich, in dem die Kakteen die Macht übernehmen…

65° Celsius und neuer persönlicher Rekord

Heute hat die Regierung entschieden, dass wir in der Nähe bleiben und Asuncion erkunden.
Um 12 ging es in die Innenstadt, wobei lediglich ein einziges Schild uns irgendwann die Richtung zum Zentrum wies. Der Verkehr mit einer der chaotischsten, die ich erlebt habe, Mexiko-City ist ähnlich wüst aber dafür zu 100% ausgeschildert. Was ich nur hier erlebt habe: Motoradfahrer, die sich in Kamikaze-Manier auf die Gegenfahrbahn bewegen um zum Abbiegen nicht stehen zu bleiben.
An der Kathedrale angekommen haben wir sofort einen Parkplatz bekommen, zwar in der Sonne, aber wen kümmert schon ein warmer Wagen?

Am Platz vor der Kathedrale hatte man den ersten Blick auf die Bahia, allerdings blickte man dafür über eines der ärmeren Viertel, wobei Slums sehen anders aus, aber der Unterschied ist nicht mehr so fern.
Dann ging es weiter runter Richtung Hafen, wobei man Justizpalat und am Präsidentenpalast vorbeikommt.
Im Justizpalast ist merkwürdigerweise ein altes Gebäude baulich integriert, evtl. war dies der alte Justizpalast.
Der Präsidentenpalast ist fleissig bewacht, wobei ich glaube, dass bei uns alleine eine islamische Botschaft mit mehr Personal bewacht werden würde.

Am Zoll angekommen sind wir dann in Richtung Haupteinkaufsstrasse abgebogen um einen Eindruck von den hiesigen Waren zu bekommen. Aber wegen der Temperatur haben wir vorher noch eine Rast eingelegt und haben eine lokale Selbstbedienungskantine gewählt. Da die Chefin gleich sah, dass wir uns hier nicht auskannten gab es für uns als Einzigste die Bedienung am Tisch. 30 Minuten runterkühlen später ging es weiter durch die Strassen von Asuncion.

Längs der Einkaufsmeile “Palma” sind überall kleine Stände aufgebaut oder Indianerfrauen verkaufen Kunsthandwerk auf ausgebreiteten Decken. Auf den Plätzen sind teils auch Marktstände aufgebaut in denen man die Gesamtheit der touristischen Handwerkskunst kaufen kann.
Seitlich gibt es dann “Galerias”, kleine Einkaufspassagen, in denen die Geschäfte in der Regel alle dem gleichen Metier zugehören. Beispielhaft haben wir die Elektronik und Handy gewählt. Vom Sortiment her haben wir zu Deutschland nichts vermisst, Preise haben wir allerdings nicht verglichen.
Die nächste Abkühlung verschafften wir uns beim Schuhe anschauen in einem grossen Kaufhaus. Von Hugo Boss Parfüms über Nobelunterwäsche bis zu brasilianischen Schuhen wurde vieles geboten, und das auf 6 Etagen.

Die richtige Abkühlung war dann bei Burger King fällig – ein eiskaltes Lokal mit eiskalten Drinks. Wie hier üblich gibt es im ganzen Laden nur eine einzige Person, die die Kasse bedienen und Geld kassieren darf. Mit dem Kassenbon holt man sich dann was immer man haben möchte an den verschiedenen Ausgabestationen.
So lässt es sich aushalten. Die Musikbeschallung ist deutlich kräftiger als in Deutschland, halt wie man es hier mag. Alle 15 Minuten wird gewischt oder gefegt. Internetterminals stehen zur Verfügung. Das ist das amerikanisierte moderne Paraguay.
Das Paraguay, dass zeigt, dass man hier sein Brot auch richtig hart verdient arbeitet im Recyclinggewerbe und hat zum Glück noch keine Konkurrenz vom Dualen System Deutschland, das ja bekanntlich international die Müllsammlerjobs reichlich dezimiert hat, damit die staatlich verordnete Recyclingquote gehalten werden kann. Da nur Wohlstandsmüll so gesammelt und entsorgt wird, sieht man an den Strassen auch so manches, was nicht so schnell entsorgt wird.

Irgendwann haben wir dann wieder umgedreht und unser Auto abgeholt. Der Wagenwäscher, der kein Geschäft mit der Wäsche machen konnte hat einen 1000er fürs Aufpassen bekommen und wir uns auf die Klimaanlage gefreut, die uns von den 45° Celsius – immerhin 65° mehr als in Deutschland derzeit – erlöst.

Sommerfrische am See

Der heutige Tag stand unter dem Zeichen eines Ausflugs rund um den Ypacarai-See.
Von Luque starteten wir nach Aregua, wo am Bahnhof der noch immer im Sommer verkehrende historische Dampfzug Station gemacht hatte. Die Fahrt geht von Luque nach Aregua mit einigen Stunden Aufenthalt und dann zurück.

Dort sind wir dann auch zum ersten Mal ans Seeufer gestossen, zu einer Sommerparty, denn es kostete pro Person Gs. 5000 Eintritt. Dafür gab es Disco-Beschallung wie der Paraguayer sie liebt.
Da wir früh am Tag dort eintrafen – es war gerade mal 12:30 – war es noch sehr leer. Ein einzelner Junge traute sich ins Wasser. Nicht dass es kalt gewesen wäre, es ist schlicht und ergreifend elend dreckig. In den See sind Jahrzehntelang Abwässer eingeleitet worden, so dass er biologisch und chemisch stark belastet ist. Trotzdem ist der See das bevorzugte Freizeitziel für alle in der Umgebung – und das sind immerhin 3 Millionen Menschen in Asuncion – zum Glück können es sich aber nicht alle leisten, denn sonst wäre der See faktisch tot. Auch die Wiesen am See sind – obwohl Eintritt verlangt wird alles andere als sauber… Wenn man sich dann die aufgestellten Mülleimer anschaut und sieht, dass sie nach unten durchgerostet sind wird einem manches klarer: so helfen auch keine “Haltet eure Umwelt sauber!” Schilder.

Dass in dem See noch vitales Leben ist bewiesen recht schnell ein paar Fischer die mit ihrem Boot anlandeten. Ihren Fang bezeichneten sie als “nur Kleinkram” da es seit drei Tagen zu windig ist. Er bestand überwiegend aus Liniendornwelsen (Platydoras costatus), einem in Deutschland beliebten Aquarienfisch, der zwar nicht als Filet genossen werden kann, jedoch eine gute Einlage für die Fischsuppe bildet. Daneben noch zwei kapitale Salmler, die im Gegensatz zu den Welsen wesentlich anspruchsvoller sind, was den Sauerstoffgehalt des Wasser angeht, so schlimm kann es also um den See nicht bestellt sein.
Zum Abschied meinte der Fischer noch “Danke, dass Sie Paraguay besuchen!” – höflich sind sie, die Paraguayer und sie freuen sich, wenn man sich mit ihnen unterhält.

Bei der Weiterfahrt haben wir zunächst nicht weiter den See umrundet sondern den zweiten Anlauf zum Aufsuchen einer Internetbekanntschaft in Caacupe gemacht, leider wieder vergeblich. Dort haben wir dann “im Südlichen Mitteldeutschland” gegessen und ich muss sagen, dass ich noch nie ein so zähes Rinderfilet hatte, dass aus einer so schlecht geputzten Pfanne kam. Auf der Rechnung hat man sich dann gleich mal bei einer Position um eine Null vertan, was in Summe nur 45% Aufschlag für dumme Touris ausmachte. Naja, gemerkt und reklamiert, auch ein Taschenrechner hilft halt nicht, wenn die Angestellten keine Zahlen übertragen können.

Dann wieder zurück zum See, ins berühmte San Bernardino, dem Ort an dem die Schönen und die Reichen Paraguays Urlaub machen. Und siehe da, ich habe an keinem Ort Paraguays bislang so viele hübsche Frauen gesehen! Auch die Anzahl der grossen Autos war enorm, so dass ein Hummer H2 in den vielen Jeeps, Volvo XC90, X5 gar nicht weiter auffiel, im Gegenteil, er wirkte eher klein.

Schnell ein Bild vom ältesten Hotel am Platze gemacht, dem Hotel del Lago, von dem ich in Deutschland eine uralte Postkarte habe, da es ein beliebtes Postkartenmotiv war.
Danach runter zum See, wo auf dieser Seite jede Menge Wassersport ausgeübt wurde. Schlauchbootfahren, Segeln, Kitesurfen, Jetskifahren und natürlich Schwimmen… Wer’s mag…

Ein Papparazzo-Shot – um die Persönlichkeit unkenntlich zu machen haben wir sie mit einer Unmenge an Make-Up bedeckt.

Und wenn man sieht, wer alles am See liegt, Einheimische im Schatten, Touristen in der Sonne…

Die Weiterfahrt führte uns dann nach Altos wo wir kurz vorher links in die Pampa bogen und nach 5,2 km das Hotel und Restaurant eines deutschen Gauchos erreichten. Essen und Trinken mit der besseren Gesellschaft Paraguays. Wir parkten unseren Nissan vor dem Tor, drinnen war es mit Volvos, 7er BMW etc. schon “etwas” voll.
Eine echt beachtliche Anlage und da sich dort wie der Chef uns sagte auch viele Stammgäste aus Asuncion einfinden wird die Küche auch halten was die Anlage vom allgemeinen Eindruck verspricht. Ein paar einheimische Damen liessen sich die Zimmer zeigen und waren höchst erfreut (”wunderbar!”). Wenn es mich mal wieder an den See verschlägt ist eine Nacht dort Pflicht – und das nicht nur, weil der Chef sich persönlich um alle Gäste kümmert…
Auch der Ausblick über das Westufer des Sees bis nach Asuncion ist bemerkenswert, heute allerdings durch etwas Brandrodung getrübt.

Von da aus ging es mit Bogen über Emboscada zurück nach Luque, was uns den ersten Blick auf den silbrig schimmernden Rio Paraguay erlaubte. Natürlich gab es zuletzt wieder mal das Problem, dass in Limpio (ja, hier gibt es Orte, die heissen “Sauber”, sind aber auch nicht sauberer als andere lateinamerikanische Städte) mal wieder nichts darauf hinwies, wo man links ab muss, aber inzwischen sind wir ja Suchen gewohnt und haben mit nur einmal drehen den Weg gefunden.